Nebenwirkungen der CPAP-Therapie




Die Überdruckbeatmung im Rahmen einer CPAP-Therapie ist mittlerweile der Goldstandard in der Behandlung des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms. Mit dem individuell richtigen Beatmungsdruck und einer optimal passenden Maske ist die CPAP-Beatmung bei regelmäßiger und konsequenter Anwendung sehr wirksam.

Allerdings liegen diese Optimalbedingungen in vielen Fällen eben nicht vor und deshalb kommt es bei der CPAP-Therapie auch zu Problemen und Nebenwirkungen. Diese sind zwar in der Regel nicht gravierend, können jedoch so störend sein, dass der Träger die CPAP-Therapie aufgibt. Dies ist aber in den meisten Fällen nicht nötig, denn mit einfachen Mitteln kann man die Nebenwirkungen beseitigen. Man muss nur wissen, wo das Problem liegt.

Hauptproblem Mundleckage



Nasenmasken und Nasenolivenmasken sind die am häufigsten benutzten CPAP-Masken. Sie sind den Mund-Nasen-Masken und Vollgesichtsmasken in puncto Tragekomfort überlegen, da sie kleiner, leichter und weniger klobig sind. Sie bedecken nur die Nase – also einen relativ kleinen Teil des Gesichtes – und bieten deshalb mehr “Gesichtsfreiheit”. Dies ist für viele Patienten sehr wichtig, denn wenn man sich schon einer CPAP-Therapie unterziehen muss, so sollte doch die Maske möglichst komfortabel sitzen und so wenig wie möglich einschränken.

Gewohnheit als Ursache
Das häufigste Problem, unter dem bis zu 40 Prozent der Patienten mit Nasenmasken leiden, sind trockene Mund- und Nasenschleimhäute. Grund dafür ist meist die sogenannte Mundleckage. Die Ursachen für eine Mundleckage können vielfältig sein, doch die bei Weitem häufigste ist gewohnheitsmäßiges periodisches Atmen durch den Mund. Manche Menschen stellen im Schlaf unbewusst auf Mundatmung um. Für den Körper ist dies in manchen Fällen sogar sinnvoll, da der Atemwegswiderstand durch den Mund geringer ist, als durch die relativ enge Nase. Doch dann funktioniert das Prinzip der CPAP-Therapie mit dem positiven Atemwegsdruck über die Nasenmaske nicht mehr. Die Beatmungsluft kann dann nämlich zum Großteil durch den Mund entweichen, bevor er die Atemwege erreicht. Es kommt quasi zu einem „Kurzschluss“ des Atemluftstroms. Denn die Nasenhöhle ist über den Rachen mit der Mundhöhle verbunden. Da in den Atemwegen ein höherer Atemwegswiderstand herrscht, als im Mund, wählt die Luft den Weg des geringsten Widerstandes und tritt am Mund aus.

Gestörte Nasenatmung als Ursache
Eine weitere Ursache der Mundleckage ist eine gestörte Nasenatmung. Leidet man zum Beispiel an Nasenpolypen, einer verkrümmten Nasenscheidewand, oder vergrößerten Nasenmuscheln, ist der Widerstand für die Luft durch die Nase deutlich erhöht. Dann ist es viel wahrscheinlicher, dass der Organismus auf die Mundatmung umstellt. Dieses Problem kann übrigens auch nur vorübergehend bestehen, etwa bei einem Schnupfen oder einer Allergie. Denn dann schwellen die Nasenschleimhäute an und erhöhen den Atemwegswiderstand.

Trockene Mundschleimhäute als Folge
Bei allen Formen der Mundatmung führt der konstante Luftstrom durch den offenen Mund dazu, dass die Mundschleimhaut an Feuchtigkeit verliert und austrocknet. Die Folge ist Mundtrockenheit und ein pelziges Gefühl auf der Zunge. Trockenheit im Mund kann auch eine Veränderung der Mundflora nach sich ziehen. Die Mundflora besteht aus einer Vielzahl von Bakterien und Mikroorganismen, die hier dafür sorgen, dass Nahrungsreste zerkleinert und abgestorbene Zellen beseitigt werden. Ändern sich auf einmal die Bedingungen, führt dies dazu, dass sich manche Baktieren stärker vermehren als andere. Das kann unangenehmen Mundgeruch auslösen, da sich auch das Spektrum der zersetzten und von den Bakterien ausgeschiedenen Stoffen verändert.

Trockene Nasenschleimhäute als Folge
Die Mundleckage greift allerdings nicht nur die Mundschleimhäute an, sondern auch die Schleimhäute in der Nase. Denn wenn der Mund während der CPAP-Beatmung geöffnet ist, läuft auch die Ausatemphase über diesen Weg ab. Die Luft wird in den Lungen befeuchtet und dann wieder ausgeatmet. Die Nasenschleimhäute brauchen die feuchte Ausatemluft, um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken. Atmet man also ständig durch den Mund, trocknen auch die Schleimhäute der Nase aus. Dies kann zu Schwellungen der Nasenschleimhaut führen, was sich in einer gestörten Nasenatmung, einer laufenden Nase oder auch häufigerem Nasenbluten zeigt. Dies wiederum treibt den Teufelskreis der Mundleckage weiter an, denn chronisch geschwollene Nasenschleimhäute erhöhen den Atemwegswiderstand, sodass es noch wahrscheinlicher zu einer Umstellung auf Mundatmung kommt.



Was kann man gegen Mundleckagen tun?

Um die Probleme der trockenen Schleimhäute, die bei einer Mundleckage häufig auftreten, zu bekämpfen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.


Kinnband
Das Tragen eines Kinnbands während der CPAP-Beatmung kann helfen, das unbewusste Atmen durch den Mund zu verhindern. Allerdings ist darauf zu achten, dass das Kinnband eine ausreichende Zugleistung hat, d.h. ausreichend stark unter Spannung steht, da es ansonsten den Mund nicht geschlossen halten kann. Umgekehrt darf das Kinnband auch nicht zu straff anliegen, da es sonst schnell zu Druckstellen und Kieferschmerzen führt. Deshalb sollte man zunächst testen, ob das Kinnband gut vertragen wird, ehe man die CPAP-Therapie um dieses Zubehör ergänzt.


Mundstück
Die Mundatmung lässt sich auch durch das Tragen eines Mundstücks (wie zum Beispiel das somnipax CPAP pro verhindern. Es ähnelt seiner Form nach dem Zahnschutz eines Boxers und stellt eine natürliche Barriere für die Mundatmung dar. Da es sich der natürlichen Form des Zahnbildes anpasst und der Unterkiefer frei beweglich bleibt, ist dies auch eine sehr komfortable Methode, um die unbewusste Mundatmung während des Schlafes zu unterbinden.

Unterkieferprotrusionsschiene
Eine vergleichbare Barrierewirkung ließe sich auch mit Monoblock-Unterkieferprotrusionsschienen erreichen. Allerdings geht mit ihnen eine deutliche Komforteinbuße beim Tragen einher, da Protrusionsschienen den Unterkiefer unter Spannung setzen und die Kieferbeweglichkeit unterbinden bzw. stark einschränken. So käme bei der Kombination Unterkieferprotrusionsschiene+CPAP zu der ohnehin schon gewöhnungsbedürftigen CPAP-Therapie noch eine weitere Bewegungseinschränkung dazu.

Luftbefeuchter
Ein Luftbefeuchter, der in die meisten modernen CPAP-Geräte eingebaut werden kann, versorgt die Nasenschleimhäute mit ausreichend Feuchtigkeit und kann ebenfalls helfen, einer trockenen Nase vorzubeugen.


Vollgesichtmaske
Der Umstieg auf eine Mund-Nasen- oder eine Vollgesichtsmaske ist dann sinnvoll, wenn man häufig oder fast ausschließlich durch den Mund atmet. Bei diesen Masken kann keine Mundleckage bestehen, da sie zusätzlich auch den Mund abdecken. Wenn man dann durch den Mund atmet, wird der positive Beatmungsdruck auch über den Weg durch den Mund aufrechterhalten.

Speichelersatzspray oder Lutschtabletten
Manchen Menschen mit trockenem Mund verschafft auch eine Speichelersatzspray oder Lutschtabletten zur Speichelanregung.

Keine Mundleckage und trotzdem trockene Schleimhäute?


trockene Beatmungsluft
Neben dem häufigen Problem der Mundleckage, gibt es auch noch weitere Faktoren, die das Austrocknen der Nasenschleimhäute begünstigen können.
Darunter am häufigsten ist zu trockene Beatmungsluft. Der Überdruck und permanente Luftstrom bei der CPAP-Beatmung strapazieren die Nasenschleimhäute ohnehin schon. Deshalb ist es wichtig, dass diese mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden, damit sie nicht austrocknen und es zu chronischen Schwellungen kommt. CPAP-Geräte ziehen die Luft für das Beatmen aus der Raumluft. Ist diese zu trocken, können die Schleimhäute leicht austrocknen. Abhilfe schafft ein Befeuchter, den man zwischen Kompressor und Maske zwischenschaltet. Er sorgt dafür, dass in der CPAP-Luft immer ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist.

Allergie
Auch bei Menschen, die unter einer Allergie leiden, sind die Schleimhäute oft trocken und geschwollen. Grund dafür sind winzig kleine Partikel in der Luft, auf die die Nasenschleimhaut von Allergikern unangemessen reagiert. Vor allem im Frühsommer sind Pollenallergiker davon betroffen. Ist man gegen Tierhaar oder Hausstaub allergisch, kann dieses Problem sogar das ganze Jahr auftreten. Hierfür gibt es spezielle Filter, die die Beatmungsluft von den Partikeln reinigen, sodass man zumindest während des Schlafes nicht davon heimgesucht wird.

Weitere Probleme mit der CPAP-Maske – andere Stellen, an denen Luft entweicht

Neben der Mundleckage kann bei einer CPAP-Maske die Luft auch an anderen Stellen entweichen. Dies hat ebenfalls zur Folge, dass die CPAP-Beatmung weniger effektiv ist, weil ein Teil des Drucks entweicht, bevor er in die Atemwege gelangen konnte.


Nasenleckage

Eine häufige Stelle an der Maske, an der es zu einem Leck kommen kann, ist der Nasenrücken. Hier sollte die Maske sehr gut sitzen, weil ansonsten die Luft über den Nasenrücken entweicht und über die Augen bläst. Dies reizt die Schleimhäute der Augen und kann zu Schwellungen und Entzündungen führen. Weil die Schleimhäute durch den permanenten Luftstrom austrocknen, haben auch die Tränendrüsen viel mehr zu tun. Sie produzieren die Tränenflüssigkeit, die das Auge vor dem Austrocknen bewahrt. Wenn die Drüsen allerdings sehr viel mehr Tränenflüssigkeit herstellen müssen, weil das Auge von der Maskenleckage ständig trocken ist, schwellen diese an. Die Folge können geschwollene Augen und Tränensäcke sein. Desweiteren können auch die Nasennebenhöhlen durch die Nasenleckage beeinträchtigt werden. So können sich beispielsweise chronische Nasennebenhöhlenentzündungen bilden.
Diese Folgeprobleme einer Nasenleckage lassen sich mithilfe einer sehr gut sitzenden Maske vermeiden. Sollten Sie Probleme mit geschwollenen und gereizten Augen haben, oder gar bemerken, wie die Luft über ihre Augen bläst, sollten sie den korrekten Sitz ihrer Maske überprüfen. Eventuell ist ein Umstieg auf eine andere Größe oder auf ein Modell mit einem anderen Wulst vonnöten.


Leckage durch Verrutschen der Maske

Auch an der Seite der Maske kann die Luft entweichen. Dies geschieht vor allem dann, wenn man sich im Schlaf bewegt und von der Rückenlage in die Seitenlage wechselt. Dabei kann die Maske verrutschen, sodass sie nicht mehr dicht an Nase bzw. Mund anliegt. Dann kommt es auch hier zu einer Leckage. Dieses Problem tritt vor allem bei Nasenolivenmasken auf, da diese nicht besonders stark befestigt werden können. Aber auch bei Nasenmasken kann dies vorkommen. Bei den größeren Vollgesichts- oder Mund-Nasen-Masken kommt es dagegen seltener zu einem Verrutschen.
Um diesem Problem entgegen zu wirken gibt es spezielle Kissen für Menschen, die bevorzugt auf der Seite schlafen. Die Kissen haben eine Vertiefung, genau dort, wo sich die Maske befindet, sodass diese nicht verrutscht.


Leckage bei Bartträgern

Männer mit Vollbart haben gelegentlich Probleme, die Maske dicht zu bekommen. Die Barthaare können einen optimalen Sitz verhindern. Allerdings ist es im Einzelfall schwer vorherzusagen, ob sich die Gesichtbehaarung neagtiv auf die CPAP-Beatmung auswirken wird. Denn die meisten Barträger kommen mit ihrer Maske gut zu recht. Dies muss man selbst ausprobieren und beobachten, ob Leckagen auftreten. Kommt es zu Problemen ist eventuell ein Maskenwechsel sinnvoll. Bei einer Vollgesichtsmaske zum Beispiel ist das gesamte Gesicht (einschließlich Bart) von der Maske bedeckt. Der Bart kommt hier also der Dichtung nicht in die Quere. Falls auch dies keine Abhilfe schafft, muss man sich überlegen, ob es nicht an der Zeit ist, den Rasierer aus dem Schrank zu kramen.

Probleme auf der Haut


Druckstellen

Wir haben bereits erwähnt, wie wichtig es ist, dass die Maske richtig passt und ausreichend fest sitzt, damit keine Luft entweichen kann. Doch wenn die Maske zu fest angezogen wird, können sich Druckstellen auf der Haut entwickeln. Sie bilden sich dort, wo die Maske auf der Haut aufliegt. Meist ist der Nasenrücken betroffen. Bei Masken mit einem Stirnpolster können sich auch an dieser Stelle Druckstellen entwickeln. Generell gilt, dass dieses Problem potentiell bei allen Masken auftreten kann. Nasen- und Mund-Nasen-Masken sind jedoch häufiger betroffen. Die geröteten Hautstellen sind nicht nur unschön, sondern Schmerzen vor allem beim Tragen der Maske. Eine komplette Nacht mit einer Maske zu überstehen, die beim Tragen extrem unangenehm ist und Schmerzen verursacht, ist keine Freude, sodass viele CPAP-Patienten die Beatmung während der Nacht unterbrechen oder sogar ganz aufgeben. Damit die CPAP-Therapie effektiv ist, muss sie mindestens sechs Stunden täglich durchgeführt werden. Schmerzende Druckstellen stehen also einer sinnvollen Anwendung im Weg.
Um solche unangenehmen Hautirritationen zu vermeiden, sollten Sie zunächst den korrekten Sitz der Maske überprüfen. Sind die Haltegurte zu eng? Ist die Maske zu groß oder zu klein? Eventuell kommt auch ein Wechsel zu einem anderen Maskentyp infrage. Nasenolivenmasken führen beispielsweise seltener zu Druckstellen, weil die Auflagefläche auf der Haut kleiner ist.

Allergie

Ein anderer Grund für Hautrötungen an den Stellen, wo die Maske der Haut aufliegt, kann eine Allergie sein. Latex-Allergiker sollten in jedem Falle eine Maske verwenden, die kein Latex enthält. Aber auch wenn sie anfangs keine Probleme mit der Maske hatten, kann sich eine Allergie entwickeln. Man spricht dann von einer Kontaktallergie. Sie entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Die Haut reagiert irgendwann auf bestimmte Inhaltstoffe des Maskenwulstes. Dies zeigt sich in einer Rötung der Haut, die auch mit einer Schwellung einhergehen kann. Auch in diesem Fall sollte ein Materialwechsel erfolgen.

Völlegefühl & Luft im Magen

Normalerweise sollte die Luft aus dem CPAP-Gerät nur in die Atemwege gelangen. In manchen Fällen kann es jedoch vorkommen, dass sich ein Teil der Luft in den Magen verirrt. Dies passiert vor allem bei hohen Beatmungsdrücken. Eigentlich stützt ein Schließmuskel am unteren Ende der Speiseröhre den Magen davor, sich übermäßig mit Luft zu füllen. Bei hohem Überdruck durch das CPAP-Gerät kann dieser Muskel jedoch aufgedrückt werden. Die Luft wird dann in den Magen gepumpt. Dadurch verschlechtert sich nicht nur der CPAP-Effekt in den Atemwegen. Vielmehr klagen betroffene über ein Völlegefühl und häufiges Aufstoßen. Im schlimmsten Fall kann es auch zu Erbrechen von Mageninhalt kommen. Denn die wichtigste Aufgabe des Schließmuskels in der Speiseröhre besteht darin, die Speiseröhre vor dem sauren Magensaft zu schützen. Wird der Muskel durch den hohen Druck geöffnet, kann also Magensäure in die Speiseröhre gelangen. Diese wird durch die aggressive Säure auf lange Sicht geschädigt, was zu den typischen Beschwerden führt, die man als Sodbrennen kennt.

Um dieses Problem zu vermeiden, sollte man die Einstellungen am CPAP-Gerät überprüfen lassen. Bei häufigem Völlegefühl sollte der Beatmungsdruck verringert werden. Um Sodbrennen zu vermeiden, sollten Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen. Auch wird die Magensäureproduktion verringert, wenn Sie fettige Speisen und Alkohol am Abend vermeiden. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann ihnen einen Magenschutz verschreiben, der die Säureproduktion hemmt.

Brustschmerzen

Gerade in der Anfangsphase einer CPAP-Therapie klagen nicht wenige Patienten über Brust- oder Lungenschmerzen. Viele sind dadurch verunsichert und denken an schlimme Erkrankungen, wie einen Herzinfarkt oder gar Lungenkrebs. Im Zweifelsfall ist sicherlich ein Arztbesuch nicht falsch. in den allermeisten Fällen gibt es jedoch eine ganz einfache Erklärung für die Schmerzen: Muskelkater. Bei konventionellen CPAP-Geräten wird der Überdruck konstant aufrechterhalten, also auch während der Ausatemphasen. Für den Körper heißt dies, dass er beim Ausatmen gegen einen höheren Widerstand atmen muss. Dadurch wird die Atemmuskulatur (vor allem das Zwerchfell, aber auch die kleinen Muskeln zwischen den Rippen) sehr viel stärker beansprucht, als gewohnt. Dies Folge ist eine leichte Überbeanspruchung dieser Muskeln, was sich als Muskelkater ausdrückt. In der Regel klingen die Beschwerden nach wenigen Tagen oder Wochen von ganz allein ab, wenn sich die Muskeln an die neue Beanspruchung gewöhnt haben. Neuere CPAP-Geräte BiLevel oder APAP bauen während der Ausatmung einen geringeren Druck auf. Deshalb ist der Widerstand beim Ausatmen geringer und die Muskelkaterschmerzen in der Brust treten seltener auf.

Schnarchen trotz CPAP

Zu geringer Luftdruck des Geräts

Die CPAP-Therapie soll mit ihrem Überdruck die Atemwege geöffnet halten. Dadurch wird auch das Schnarchen in der Regel beseitigt. Was tun also, wenn Sie trotz CPAP-Beatmung weiterhin schnarchen? Grund für dieses Problem ist zumeist, dass der Druck des CPAP-Geräts nicht ausreicht, um die Atemwege weit genug zu öffnen bzw. unter Spannung zu versetzen. Dann bilden sich an den Engstellen in den Atemwegen Verwirbelungen im Luftstrom, die das Gewebe in Schwingung versetzen; diese Schwingungen nehmen wir als Schnarchgeräusch wahr. Eventuell muss dann der Therapiedruck erhöht werden.

Entweichende Luft
Eine andere Ursache für das Schnarchen kann sein, dass der Beatmungsdruck zu niedrig ist, weil irgendwo Luft entweicht. Dies kann an einer undichten Stelle am Gerät oder dem Schlauch liegen oder auf einen schlechten Sitz der Maske zurückzuführen sein. Auch bei der oben beschriebenen Mundleckage entweicht ein Teil der Luft durch den Mund und kommt nicht an seinem eigentlichen Ziel an.

Zeitweise verstopfte Nase
Schnarchen kann unter einer CPAP-Therapie auch nur vorübergehend vorkommen, etwa bei einem Schnupfen oder einer anderweitigen Verlegung der Nase. Dann herrscht ein größerer Widerstand in den Atemwegen und der CPAP-Druck reicht nicht aus, um diesen zu überwinden.

Eingewöhnungsprobleme

Fremdkörper

Die wichtigste Phase der CPAP-Therapie beginnt gleich mit der Eingewöhnungsphase. Besonders die CPAP-Maske kann am Anfang sehr störend sein, weil sie als Fremdkörper im Gesicht wahrgenommen wird. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Maske von Beginn an gut passt. Ist sie unangenehm, gewöhnt man sich nicht richtig an diesen Fremdkörper.

Laute Geräusche
Gewöhnungsbedürftig ist auch die neue Geräuschkulisse. Zum einen ist da das leise aber stetige Motorengeräusch des CPAP-Geräts. Zum anderen führt auch der Luftstrom im Schlauch und in der Maske zu eventuell störenden Strömungsgeräuschen – vor allem bei hohem Beatmungsdruck. In beiden Fällen kann es deshalb zu Einschlafstörungen mit der CPAP-Maske kommen. Bekommt man die Störungen nicht in den Griff und schlägt die Situation in tiefe Frustration um, so kann es soweit kommen, dass der Patient sogar die Therapie abbricht.

Angst vor der Maske
Manche Menschen haben Angst vor ihrer Maske. Dies kann von einer inneren Abneigung her rühren, weil die Maske einfach unangenehm ist und beim Einschlafen stört. In manchen Fällen reicht diese Angst sogar soweit, dass sich während der Anwendung Panikattacken im Sinne einer Klaustrophobie entwickeln. Die Betroffenen haben Angst, unter ihrer Maske nicht genügend Luft zu bekommen oder gar zu ersticken. Diese Furcht ist zwar unbegründet, muss jedoch sehr Ernst genommen werden, da sie die Patienten immens belastet. Eine effektive CPAP-Therapie ist bei einem Menschen, der sich vor seiner Maske fürchtet oder bei der Benutzung sogar Panik bekommt, nicht möglich. Deshalb ist es so wichtig, von Anfang an die passende Maske für sich zu finden. Sie soll angenehm sitzen und man sollte sich halbwegs wohl damit fühlen. Das Ziel sollte es sein, jeden Abend mit dem guten Gefühl zu Bett zu gehen, dass einem die CPAP-Therapie hilft und nicht Angst davor haben zu müssen, dass einem die Therapie mehr Schaden als Nutzen zufügt. Dann wird die Beatmungstherapie auch langfristig Erfolg haben.

Bei der Auswahl der richtigen Maske hilft Ihnen auch unser Ratgeber CPAP-Maske.