Schnarchen ≠ Schnarchen

Wenn im Bett nebenan jemand schnarcht interessiert den leidgeplagten “Zuhörer wider willen” sicher nicht, welche Art von Schnarchen ihn da quält. Dabei ist Schnarchen nicht gleich Schnarchen. Die Medizin unterscheidet grob zwischen den folgenden Arten von Schnarchen:

Primäres Schnarchen (Rhonchopathie): die Rachenmuskulatur im Mundrachen entspannt sich bzw. erschlafft im Schlaf und gerät durch den Atemluftstrom in Schwingungen. Es kommt zum Flattern des Gewebes in den oberen Atemwegen und zu den typsichen Schnarchgeräuschen. Die Atmung und das Herz-Kreislauf-System sind im Fall des primären Schnarchens allerdings nicht krankhaft beeinträchtigt. Deshalb wird primäres Schnarchen zwar als sehr störend empfunden, ist allerdings für den Schnarcher ungefährlich.

Oberes Atemwegswiderstandssyndrom (Upper Airways Resistance Syndrom – UARS): bei UARS erschlafft im Schlaf das Gewebe im hinteren Mundrachenraum (Zungengrund; Gaumenweichteile), fällt zusammen und senkt sich auf den hinteren Mundrachen. Die eingesogene Atemluft kann die verengte Stelle im hinteren Mundrachenbereich nur unter Widerstand passieren. Dadurch wird das schlaffe Gewebe in Vibrationen versetzt und es kommt zu Schnarchgeräuschen. Ob die durch UARS ausgelöste Atemluftlimitation zu einer Sauerstoffunterversorgung des Organismus (und damit zu Erkrankungen wie Bluthochdruck) führen kann oder nicht, wird in der Medizin uneinheitlich beurteilt.

Obstruktives Schlaf-Apnoe Syndrom (Obstructive Sleep Apnea Syndrome – OSAS): kennzeichnend für OSAS ist, dass es mehrfach pro Nacht zu Atemaussetzern kommt, weil die oberen Atemwege wie bei UARS zusammenfallen und der Atemfluss nicht nur limitiert sondern zeitweise vollständig blockiert wird. Als Folge kann es zu einer Unterversorgung des Organismus mit Sauerstoff kommen. Neben Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen kann die obstruktive Schnarchapnoe zu einem erhöhten Risiko von Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt führen. Nähere Informationen hierzu finden sich unter:

http://ow.ly/nQaod

Die Übergänge zwischen den unterschiedlichen Arten von Schnarchen sind fließend. Beispielsweise wird in der Medizin sowohl vertreten, dass es sich bei UARS und OSAS um zwei unterschiedliche Erkrankungen handelt, als auch dass es sich um unterschiedliche Schweregrade ein und derselben Schlafstörung handelt (so etwa die International Classification of Sleep Disorders).

Author: manager

One Comment

  1. Helmut
    Helmut On 10. September 2013 at 9:51 Antworten

    Sehr interessante Zusammenstellung. Für mich gab es bisher nur “Schnarchen”…

Schreibe einen Kommentar



*